Profil

Programme von Profis für Profis

Wie das Redaktionssystem red.web den Markt erobert hat

Die modernen Internettechnologien bieten auch für die Zeitungswelt immer neue Möglichkeiten. Früh hat der Koblenzer Mittelrhein-Verlag die Zeichen der Zeit erkannt und mit der Entwicklung des webbasierten Redaktionssystems red.web ein Ausrufezeichen gesetzt.

Kurz nach der Jahrtausendwende stand die Idee: Warum sollte die Redaktion nicht über das Web Zeitung machen? Mit allem was dazu gehört! Der Reporter könnte direkt am Ort des Geschehens schnell und aktuell seinen Text schreiben, die Fotos laden, die Seite gestalten und zur Veröffentlichung freigeben. Das klang verlockend, aber ein solches System gab es nicht. Natürlich konnte der Reporter schon einen Text schreiben und samt Fotos in die Redaktion senden. Aber der Webzugriff auf die komplette Zeitungsproduktion, egal wo sich der Mitarbeiter gerade befand – das war vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik.

Tausende von Journalisten arbeiten mit der Software aus Koblenz

Die Idee mündete schließlich in einer eigenen Entwicklung und war der Beginn einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte. Heute arbeiten europaweit Tausende von Journalisten mit der intelligenten All Channel Publishing Software aus Koblenz. Dabei gestalten sie nicht mehr nur die Seiten einer Zeitung, sondern veröffentlichen ihren redaktionellen Inhalt selbstverständlich medienspezifisch in den verschiedensten Kanälen.

Der guten Idee erging es jedoch zunächst einmal wie den meisten Visionen: Die Fachleute der Software-Branche schüttelten den Kopf.
Zu viele technologische Details schienen unlösbar. Aber das schreckte die Entwickler im Mittelrhein-Verlag nicht ab, es beflügelte sie eher. Immerhin hatte das Unternehmen schon Ende der 1980er-Jahre erfolgreich Neuland betreten. Damals, als der PC seinen Siegeszug antrat, war das Programm „Cicero“ entstanden und hatte sich zum Verkaufsschlager in zahlreichen Verlagen quer durch Europa entwickelt. Warum also nicht noch mal den Vorreiter spielen?

Imagevideo ansehen
red.web Imagevideo

Der „Redaktionsschluss“ als begrenzender Zeitfaktor verliert an Gewicht

Gedacht, getan! Eine kleine und höchst motivierte Mannschaft konzipierte das Herzstück einer neuen Software-Generation. Mit der Web-Technologie Java entstand das neue Werkzeug für die Journalisten: red.web-Layout, dem heutigen Print Publisher. Artikel, Fotos, Grafiken und ganze Zeitungsseiten konnten von überall her aufgerufen und bearbeitet werden. Ganz neue Arbeitsweisen waren plötzlich möglich. Der „Redaktionsschluss“ als begrenzender Zeitfaktor verlor an Gewicht. Aktuelle Berichte konnten nun bis wenige Minuten vor Andruck gefertigt werden.

Erste Verlage interessierten sich für die zukunftsweisende Software aus Koblenz. Und schon bald war red.web auch dort im Einsatz. Heute arbeiten Medienprofis in zahlreichen Zeitungshäusern in Deutschland mit red.web – beispielsweise in Berlin, Bonn, Heidelberg und Bayreuth. Und auch im europäischen Ausland werden täglich Nachrichten mit red.web verarbeitet – zum Beispiel in Tschechien, der Slowakei, in der Schweiz und in Luxemburg.

Die Idee hat sich also durchgesetzt. Das ungläubige Kopfschütteln des Marktes ist längst Vergangenheit. So manche andere Software-Firma dürfte sich heute darüber ärgern, wie leichtfertig man damals „den Koblenzern“ das Feld überlassen hatte. Und dort ruht man sich auf dem Erfahrungsvorsprung keineswegs aus. Die red.web-Macher entwickeln immer neue Werkzeuge, erweitern ihr System um nützliche Bausteine und die Erfolgsgeschichte aus der Rhein-Mosel-Stadt um viele weitere Kapitel.